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Montag, 10. Januar 2011

2. Etappe Naher Osten - Türkei

3.Tag, Do.30.12.2010:
Plovdiv/Bulgarien über Svilengrad und Edirne nach Istanbul/Türkei
Tages-Etappe: 477 km (davon ca. 230 km in der Türkei) in 6 Std. Fahrzeit
Grenzübergang Bulgarien/Türkei: 20 Min., 5 Kontrollen
… so nach dem Grenzübergang Bulgarien/Türkei sind wir nun in der Türkei und in Istanbul angekommen (ehemals Byzanz und Konstantinopel). Die Vororte dieser 12 Mio.-Stadt sind wie scheinbar in vielen Orten der Türkei mit zahlreichen Wohnhochhäusern zu gekleistert. Hübsch ist was anderes, aber als wir in die Nähe der Altstadt kommen, geht uns das Herz auf und wir finden diese Stadt gleich sehr sympathisch und interessant. Hier erlebt man eine einmalige Synthese aus Orient und Okzident. Moderne Shoppingmals neben jahrhundertealten Basaren, Minirock neben Schleicher und Hochhäuser neben altosmanischen Holzhäusern.
Istanbul ist die einzige Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten – Europa und Asien -  liegt. Wir fahren zunächst in das Stadtteil Sultanahmet, welches auf einer Landzunge in der Altstadt liegt, die vom Goldenen Horn, dem Bosporus und Marmarmeer umspült wird.
Es war nicht einfach zu unserem Hotel in Sultanahmet (Hotel Adamar) zu gelangen. Da unser Hotel fast neben der Yerabatan-Zisterne bzw. Hagia Sophia liegt und demnach einige Straßen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, sind war letztlich eine Stunde in Istanbul umhergeirrt um endlich vor dem Hotel zu stehen. Es ist zugegebenermaßen auch ein wenig schwer mit einem 7 x 7 cm großen Istanbul-Stadtplan, alle Gassen und Straßen zu finden. Das wird uns bei Jesper puristischer Veranlagung wohl öfters noch passieren. Ich sag nur „ach das brauchen wir doch nicht. Ich will Abenteuer und nicht alles planen, das finden wir auch so.“ J
Unsere Freundin Svjetlana hat schon auf uns gewartet und daher sind wir (nachdem unser DJ nach ein paar schwierigen Anläufen endlich einen Parkplatz gefunden hatte) gleich auf den Grand Bazar gegangen, um die Stadt auf uns wirken zu lassen. Beim ersten Dürüm, Ayran und türkischen Tee haben wir alle die Eindrücke auf uns wirken lassen und mit einem kühlen Bier in der Hotelbar abgerundet.

4.Tag, Fr. 31.12.2010:
Istanbul/Türkei

Nach einem Frühstück im Hotel - mit sensationellem Blick über Istanbul - sind wir zusammen mit Svjetlana zur Stadtbesichtigung losgezogen. (Das Hotel ist wirklich zu empfehlen. Wir haben ein Zimmer mit Blick auf die Hagia Sophia und Blaue Moschee. Das Restaurant hat einen  360 Grad Blick  auf Istanbul und wenn es bisl wärmer ist, kann man auch auf der Dachterrasse essen)
Die Sonne hat geschienen, aber es war saukalt. Auf unserem Programm stand zuerst die  Hagia Sophia/ AyaSofya Müzesi. Mit ihrem rötlich schimmernden Mauerwerk und den später in osmanischen Zeiten angebauten vier Minaretten gehört die gut 1400 Jahre alte christliche Kirche immer noch zu den prägenden Erscheinungen der Istanbuler Silhouette und ist bis heute ein Wahrzeichen der Stadt. Die Kuppel hat einen Scheitelpunkt von 49 m und 31 m Durchmesser.

Dann gings weiter zum Topkapi-Palast. Er war über 4 Jh. das Zentrum der  osmanischen Weltmacht. Hier lebten der Sultan, politisches und geistliches Oberhaupt  der Muslime und seine Haremsfamilie, hier wurden Reichsgeschäfte geführt, die Spitze der osmanischen Bürokratie ausgebildet und das Elitekorps des Sultans untergebracht. Die Palastanlage nimmt zwar eine große Fläche ein, wirkt aber auf uns nicht überaus monumental. Nach der  Schatzkammer, dem Harem und anschließendem Tee in der Cafeteria im Tulpengarten mit Blick auf den Bosporus (auch wenn es saukalt war!) haben wir Mädls noch die Blaue Moschee (Sultanahmet Camii) besucht, während Jesper es vorgezogen hat, ein Mittagsschläfchen zu machen. Er hat ja jetzt Urlaub!
J Der riesige Komplex der Blauen Moschee wirkt von außen wesentlich eleganten als die Hagia Sophia. Die Kuppel ist gewaltige 43 m hoch mit einem Durchmesser von 23,5 m.

Den letzten Tag des Jahres haben wir drei dann im Hotel bei einem Gala-Silvester-Dinner mit orientalischem Programm beendet. Wir dachten auf unserer Dachterrasse sind wir die Helden, da wir jedes Feuerwerk der Stadt sehen werden… weit gefehlt. Die Istanbuler schießen wohl zu Silvester nicht gern… Also nach der Flasche Sekt ab ins Taxi und zu den angesagtesten Clubs der Stadt gefahren. Da sind wir erst mal vom Hocker gefallen, als die in den ersten Clubs weit über 150 EUR p.P. Eintritt haben wollten. J aber wir sind fündig geworden und haben nur 100 TL p.P. Eintritt (ca. 50 EUR) gezahlt und einen eindrucksvollen lustigen Abend bei viel „utsch-Utsch“House Musik gehabt. Jesper wurde ständig von türkischen Männern angesprochen, da er mit zwei Frauen unterwegs war…ein paar raue Machtkämpfe, nette Gespräche, viel Tanzen und Trinken… Um 7 Uhr morgens sind wir drei gut „betankt“ mit dem Taxi zurück ins Hotel. Svjetlana musste sich nach der ernüchternden Dusche leider schon auf den Weg zum Flughafen machen, während wir zwei unseren Rausch ausgeschlafen haben. J hat Spaß gemacht mit Dir Süße! J
                                                                                                              

5.Tag, Sa. 01.01.2011:
Istanbul/Türkei

Total verkatert wollten wir den ersten sonnigen Tag des Jahres nicht verschlafen und sind um 11 Uhr schon wieder auf Stadterkundung losgezogen. Unser Spaziergang startet bei der Yerabatan-Zisterne (336 Säulen tragen das Gewölbe der Trinkwasser-Zisterne), zur Blauen Moschee/Sultan Ahmet Camii, vorbei am Cemberlitas Hamami, der Beyazit Camii, dem Großen Bazar zur Süleymaniye Camii, die wir uns auch angeschaut haben. Alles sehr eindrucksvoll.. die Gesänge des Muezzin in den Straßen, das Hupen aller Verkehrsteilnehmer und das Gewimmel tausender Leute in den Straßen. Gefällt uns! Nach einem Abstecher des Old Egypt Bazars (Misir  Carsisi, auch Gewürzbazar genannt) spazieren wir bei Minusgraden über die Galata-Brücke. Dort steht alle Meter ein Angler.. verrückt… die angeln dort zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sogar an Silvester Nacht um 1 Uhr, als wir mit dem Taxi vorbei fuhren.

 Jetzt geht’s zu Istanbuls europäischsten Stadtteilen: Galata und Beyoglu. Zwischen all den Läden schleichen wir uns den Berg zum Galata-Turm (Galata Kulesi, 60 m hoch), um gerade noch die untergehende Sonne über Istanbul erleben zu können! Da der Turm auf einem Hügel steht, kann man aus 140 m Höhe ein Panorama über das Häusermeer dies- und jenseits vom Goldenen Horn und Bosporus bestaunen. Der Turm wurde 1348 als Befestigungsturm errichtet. Später diente er als Lagerraum, Gefängnis, Leuchtturm und Feuerwache. Heute sind dort ein Restaurant und ein Nachtclub untergebracht.
Durchgefroren entschließen wir uns auf der belebten Istikklal-Straße (Fußgängerzone und pulsierendes Herz des jungen Istanbuls, Kunst und Kultur pur Herzhh) in einem der zahlreichen Kebab-Restaurants aufzuwärmen, bevor wir vom Taksim-Platz ein Taxi zurück zum Hotel nehmen! Obwohl heute Feiertag ist, waren alle Geschäfte und Märkte geöffnet und belebt wie die Tage zuvor!
Die vielen Gässchen, nette Cafés und die zahlreichen Kulturmöglichkeiten in Istanbul gefallen uns sehr gut und ich glaube wir waren nicht das letzte Mal in Istanbul!
J  Aber beim nächsten mal werden wir uns auf jeden Fall eine wärmere Jahreszeit aussuchen!!!

6.Tag, So. 02.01.2011:
Istanbul über Izmit nach Ankara
Tages-Etappe: 469 km in 6 Std. Fahrzeit


Heute geht es weiter nach Zentralanatolien. Gegen Mittag machen wir uns auf nach Ankara. Der Weg dahin – über tadelloser Autobahn erreichbar - war eher langweilig und leider wurde es zunehmend bewölkter, so dass wir im totalen Nebel und bei Dunkelheit in Ankara ankamen.

Jahrhunderte dämmerte die Siedlung Ankara (in 900 m Höhe gelegen) als Provinznest dahin, bis sie Staatsgründer Atatürk – der Türkenvater – aus geografischen Gründen 1923 zur Hauptstadt erklärte. Danach folgte der rasante Aufstieg zur ungeliebten Millionenmetropole; am Stadtrand dominieren Armenviertel. Zwei Drittel der über 3,6 Mio. zählenden Bevölkerung leben in „gecekondus“, in über Nacht gedeckten Häusern.
Wir suchen uns ein Hotel (Hitit Otel: einfach, billig, W-Lan, aber nicht gut) nahe der Zitadelle, da es mit campen hier schlecht aussieht. Wir werden intuitiv erstaunlich schnell fündig mit unserer 6 x 6 cm großen Stadtkarte. Wir lernen im Hotel einen Berliner kennen der in Polen diverse Dönerfirmen betreibt und quatschen mit ihm zusammen bei türkischen Tee und Bier den Abend lang.


7.Tag, Mo. 03.01.2011:
Ankara über Tuz Golü – Nevsehir – Aksaray – Uchisar nach Göreme (Nationalpark)
Tages-Etappe: 346 km in 5 Std. Fahrzeit
Viele Türken sagen über Ankara: „Das Schönste an Ankara sei, das Abendflugzug zurück nach Istanbul.“ Wir schließen uns der Aussage vollständig an – Ankara muss man nicht gesehen haben. Jesper wollte Ankara eigentlich gänzlich ignorieren. Aber nun sind wir hier, um uns selbst ein Bild zu machen und schauen uns die Zitadelle an, die den Kern der Altstadt bildet. Auf dem 978 m hohen Hügel, hat sie schon für die Hethitern als Fluchtburg gedient. Zwei dicke Mauerringe umfassen die darüber liegende Ak Kale, die „Weiße Burg“. Wir spazieren los um die Burg zu ersteigen… aber leider aussichtslos. Scheinbar ist sie im Winter geschlossen. So laufen wir um die Burg durch viele Müllberge hindurch und bekommen ein wenig Angst, da der Weg durch sehr arme Viertel führt. Wir kaufen einem Händler noch ein paar Früchte ab, nehmen einen Ausblick auf die Häuserdächer, die im Nebel hängen, zusammen mit den Müllbergen und der Armut die man erkennen kann und dann entschließen wir uns zum Abstieg und schnellen Weiterfahrt.

Die Fahrt führt uns durch Anatolien, vorbei am größten Salzsee – dem Tuz Golü -  nach Kappadokien. Wie nicht von dieser Welt wirkt die Landschaft im Dreieck Nevsehir-Kayseri-Nigde. Feenkamine, Felspyramiden und Steinkegel sind von Höhlen durchlöchert wie Emmentaler. Am Anfang der Geschichte Kappadokiens standen die Vulkanausbrüche des 3916 m hohen Erciyes Dagi und des Hasan Dagi. Die Gegend wurde mit einer Mischung aus Asche, Lava, Tuff und Schlamm überzogen. In Jahrmillionen haben Wind, Regen, Hitze und Kälte aus dem porösen Material unzählige Kegel, Schluchten und skurril geformte Felsen geschnitten. Im Tuffstein bauten die ersten Menschen schon 4.000 Jahre Wohnungen, Kirchen und Klöster. Hier faszinieren vorwiegend christliche Bauten. Ab dem 2.Jh. begannen von Römern verfolgte Christen, unterirdische Städte zu errichten. Sie wurden im 7 Jh. zum Zufluchtsort tausender Christen, als muslimische Araber ins Byzantinische Reich einfielen. Kappadokien ist die letzte Rückzugsbastion der Christen Kleinasiens. Viele der Städte waren so groß, dass die bis zu 20.000 Menschen Platz boten.
Wir kommen bei Dämmerung an und sind von der Landschaft fasziniert. Vorbei am toll beleuchteten Uchisar, suchen wir uns in Göreme ein Höhlenhotel, da es immer noch Minusgrade hat. Wir finden ein super schönes Hotel (Divan Cave Hotel) und ergattern ein Höhlenzimmer in einem dieser Tufffelsen mit offenen Kamin. Die erste Nacht hatten wir dummerweise vergessen uns um Holz zu kümmern, somit wurde es eine sehr kalte Nacht. ;-) Wir wärmen uns noch vor dem Schlafen gehen in einem sehr sehr leckeren und stilvollen Restaurant bei typisch kappadokischer Küche auf. Viel Humus, Lamm und Gemüse! Fein!


8.Tag, Di. 04.01.2011:
Göreme (Nationalpark)
Heute wollen wir mal Natur erleben und nicht Autofahren. Der kleine  Ort Göreme liegt Inmitten pittoresker Felsen und Feenkamine. Diese skurrile Tufflandschaft mit all den Kegeln, Kaminen und Pyramiden, ist einfach nur schön anzuschauen. Im Nationalpark (Göreme Mili Parki) sind ein Dutzend Felsenkirchen vom 9. bis 13.Jh. durch einen Pfad verbunden.
Wir machen eine 6stündige Wanderung durch diese tolle – wenn auch leider bewölkte, kalte und verregnete - Landschaft. Zuerst geht es Richtung Avanos zu einer verlassenen Tuffstein-Stadt, die wir gespannt erkunden. Wahnsinn, wie die da früher gehaust haben. Kleine „gemütliche“ Räume mit Wasserlöchern, Feuerstellen und verdammt wenig Platz für eine Familie um darin zu schlafen. Alles ist total verwinkelt und miteinander verbunden. Wir fragen uns, wie diese Leute damals in extrem hoch gelegene Höhlen bzw. Felswohnungen – bis zu 100 m hoch -  gelangt sind. Theorien über Stricke. Leiter und Treppen lassen uns dennoch im Dunkeln stehen.
Es ist immer noch sau kalt und wir erkunden einen einsamen Pfad – ohne auch nur einem Menschen zu begegnen – der uns in die Berge führt. Die Landschaft ist fast mystisch bei diesem Nebel. Gegen Mittag nehmen wir die Schlucht durch das Rose-Valley und können bei ein paar Sonnenstrahlen, so etwas wie ein Café mitten in der Tufflandschaft in einem Berg erkennen. Wir erreichen das „Flintstone-Café“ – sind aber die einzigen Gäste. Der „Wirt“ bringt uns gleich wärmenden Tee und frisch gepressten O-Saft und zeigt uns die versteckte, in Fels gehauene und verwinkelte Kirche. Sensationell! Es braucht zwar etwas Kletterkunst um all die Räume und Ebenen zu erreichen, aber so etwas haben wir noch nie gesehen. Von außen für Feinde kaum zu erkennen, da ja der Fels einfach ausgehöhlt wurde und innen so viele Räume und Gänge.
Wir staunen die ganze Wanderung lang und finden es spannend nach weiteren Verstecken zu suchen. Durch das angrenzende Red-Valley steigen wir durch viele Höhlen und Tunnel zurück nach Göreme ab. Jeder der mal in der Nähe ist, sollte unbedingt diese Märchenlandschaft erkunden!!!
Gegen  Ende unserer Wanderung begegnen wir doch ein paar Touristen – fast ausschließlich Japanerinnen.

Heute sind wir schlauer und lassen uns vom Hotel Feuerholz geben. Jesper reicht das Holz aber nicht und macht sich mit Taschenlampe und Axt auf, um in der Stadt bei Dunkelheit nach Holz zu suchen... Köstlich wenn man ihn beobachtet hat, wie er sich von Grundstück zu Grundstück um die wilden Hunde schleicht und überlegt, was er wohl klauen könnte. Bei der Auswahl spielte natürlich die Größe des Holzes eine Rolle – schließlich sollte es ohne große Anstrengung in unseren kleinen Höhlenkamin passen, gut und lang brennen und nicht tausende Ungeziefer in unsere Höhle mitbringen.
Fazit: Wir kamen nicht auf die Idee, dass die Christen damals keinen gescheiten Rauch-Abzug hatten, da ja die Feuer von außen nicht als solche erkannt werden durften; es gab auch kaum Fenster – schließlich waren es ja Höhlenverstecke. Wir hatten ein verdammt gemütliches, warmes Feuer in unserer Höhle und wir haben den Champagner und die restlichen Weihnachtskekse von Tanja’s Mama genossen…  dabei haben wir, vor lauter Freude dass es endlich warm war, einfach ignoriert, dass wir vor lauter Qualm kaum mehr schnaufen und nichts mehr sehen konnten. J


9.Tag, Mi. 05.01.2011:
Göreme – Stopp in Uchisar und Kaymakli, über Nidge – Adana – Iksensenderun nach Atakya bzw. Hatay (kurz vor Grenze)
Tages-Etappe: 530 km in 9 Std. Fahrzeit
Wir würden noch länger bleiben, aber bei diesem tristen, kalten Wetter macht es nicht so Laune. Jesper nimmt es Tanja immer noch übel, dass sie ihn um einen Tag gebracht hat um Ankara zu sehen. Hier wäre es einfach schöner gewesen. J
Wir fahren weiter mit kurzem Abstecher in den benachbarten Ort Uchisar: der wabenartig ausgehöhlte Tufffelsen von Uchisar ist der höchst gelegene Punkt Kappadokiens. Von der Burg aus, hat man über die steile Klippe einen Blick über die Traumlandschaft.
Weiter durch frisch verschneite Landschaft nach Kaymakli, eine sehr gut erhaltene unterirdische Stadt. Oberirdisch unscheinbar, reicht das Labyrinth der unterirdischen Städte bis zu acht Etagen. Wir nehmen einen kaum zu verstehenden englisch sprechenden Guide und kriechen mit ihm durch Tierställe, Lebensmittellager, Schlafräume, Gemeinschaftsküchen, Friedhöfe und Andachtsstellen. Im unterirdischen Gewirr von Räumen, Straßen und Gängen haben Menschen bereits vor 4.000 Jahren Schutz gesucht. Die riesige Fluchtburg war mit mühlensteinartigen Rolltüren zu verriegeln. Für Frischluft sorgt ein ausgeklügeltes Belüftungssystem. Auch wenn wir den Gestank da unten echt nicht erleben möchten. Da muss es trotz allem derart gestunken haben… Hier haben zeitweise 5.000 Leute in über 2.000 Miniräumen gehaust. Ein architektonisches Meisterwerk!

Wir wollen nun endlich in den wärmeren Süden und fahren Richtung Adana. Juhu… mit einem Mal steigen die Temperaturen über Null Grad und in Adana erreichen wir sogar 16 Grad!!
Wir fahren kurz in die Stadt Adana um einen Campingplatz zu suchen. Doch in einer 1,6 Mio. Stadt, stellt es sich als schwierig heraus, ganz ohne Stadtplan einen Campingplatz zu finden. So fahren wir weiter über Iksenderun nach Atakay um dort bei erneuter Kälte und Nebel auf einem Feld hinter einer einsamen Tankstelle 20 km vor der nächsten Grenze das erste mal im Dachzelt zu übernachten. Morgen früh werden wir unser Auto noch neu packen bzw. Grenzsicher machen und dann geht’s auf nach Syrien! Ihr hört wieder von uns!

Eure Dänsch und Euer Jesper


Statistik Türkei: ca. 1.400 gefahrene km in der Türkei, 2 Tankstopps, Dieselkosten pro Liter in der Türkei: ca. 1,50-1,60 EUR > für 233 EUR in der Türkei getankt

Statistik Gesamt:
Gesamt: Gefahrene Gesamt-km seit München 3.470 km.
Bisher: 8 Tankstopps, Dieselkosten gesamt: 662 EUR

Kommentare:

  1. Ihr Lieben,

    das hört sich ja alles super an.
    Ich finde es übrigenss sehr lobenswert dass Ihr auch in fernen Ländern versucht an den alten Bräuchen fest zu halten und an bzw. "um" Heilig Drei Könige mal schön Eure Bude "ausräuchert" zwar mit Holz da euch Weihrauch nicht zur Verfügung stand (Jesper hätte sich ruhig mal etwas mehr in´s Zeug legen können), aber bekanntlich zählt ja der Wille :-).
    Dank Deiner ausführlich, detaillierten und sehr lehrreichen Tourbeschreibung können wir uns nun auch zukünftig jegliche Reiseführer aus dieser Region sparen :-))).
    Also passt auf Euch auf, seid vorsichtig und ganz vui Spaß!!! Ich drück Euch ganz fest
    alles Liebe
    Janetta

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  2. Hi Ihr 2,

    es macht wahrnsinnig viel Spaß, eure Tour zu verfolgen. Und die Bilder sind ein echter Augenschmaus, .... macht immer lust auf mehr.

    Bin schon ganz gespannt, wie es weiter geht. Und meine Vorfreude auf April steigt und steigt.

    Viele Grüße aus dem kalten München an euch 2.
    Markus

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  3. Hi Markus, triffst du die Beiden denn im April? Wo denn? Zur Osterzeit? Lieben Gruß aus Muc, Claudia

    PS: wirklich tolle Fotos, ich will auch wieder weg.. die Sehnsucht wächst!

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  4. Hi you world travelers,

    I have with envy read your stories and seen your perfect picassa album (hope your Nikon screen works again) - it makes me want to get out there and forget all about the danish winter.

    There has been quite for the last 2 weeks now - As I remember it you would spend some time in Egypt; I do hope you are okay as there are some riots going on right now - at least in the larger cities.

    Take care and enjoy your time!

    /Anker

    P.S. That wedding Ring - was it a temporary one? - you didn't tell specifically. ;-)

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